Kronen Zeitung, 02.07.2010
Feuerwerk der Fugen
Konzert von Vocappella Innsbruck. Mit G.F. Händels Oratorium "Israel in Egypt" feierte das brilliante Vokalensemble Vocappella Innsbruck am Mittwoch in der ausverkauften Stiftskirche Wilten und gestern in der Pfarrkirche Sparchen in Kufstein sein 20-jähriges Bestehen - und zugleich auch die Rückkehr des Dirigenten Bernhard Sieberer.
Das Werk war klug gewählt, denn Händels Musik zu "Israel in Egypt" ist von expressiver Bildhaftigkeit, was Vocappella liegt, und spielt zugleich auf Bernhard Sieberers Wirkungsstätte der letzten zwei Jahre an: Im Nildelta hatte er am Aufbau des Musikwesens mitgewirkt.
Nun zurück, begeisterte er durch eine starke, perfekt koordinierte Oratoriumsaufführung, die vom Zusammenspiel des exzellenten Vocappella-Chors mit dem aus üppiger Fülle schöpfenden "Aura Musicale Budapest" lebte. Zunächst noch erschütterndes Lamento, steigerte sich die Musik zu einem Feuerwerk der Fugen, Klangfarben und Schreckensszenarien.
Man litt mit dem Pharao unter den von Jahwe gesandten Fliegen und Heuschrecken und fühlte die apokalyptische Energie von Feuer, Hagel und Meeresfluten. Trotz allem blieb Sieberers Interpretation sensibel, präzis, ausgewogen und unplakativ.
Großartig auch die Solisten: die hinreißend lyrische Nathalie Gaudefroy (Sopran), der strahlende Tenor Johannes Chum und der Altus Alex Potter voll Wärme. Im Anschluss an das Innsbrucker Konzert erhielt Bernhard Sieberer hochverdient das Ehrenzeichen in "Gold mit Kranz" des Tiroler Sängerbundes.
Kronen Zeitung, Thomas Nussbaumer
02.07.2010
Tief wie das Wunder, die Musik
"Israel in Egypt" ist eines der schönsten, ergreifendsten Oratorien Georg Friedrich Händels.
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Tiroler Tageszeitung, 02.07.2010
Tief wie das Wunder, die Musik
Innsbruck - "Israel in Egypt" ist eines der schönsten, ergreifendsten Oratorien Georg Friedrich Händels. Er selbst stellte Bibelstellen zu einem Textgerüst zusammen, das vom Tod Josephs, den ägyptischen Plagen und der Flucht der Israeliten erzählt.
Händel ist hier grandios. Die Stimmungen, der Bilderreichtum und die Tiefe, die hier akustisch entstehen, sind optisch nicht einzuholen. Der tragische Grundton des Werks hellt sich mit der Rettung der Israeliten auf und mündet in nicht enden wollendem Dank: In immer neuem Licht muss man sich das gewaltige Wunder vergegenwärtigen und weitererzählen, wie Gott das Meer für sein Volk teilte und über den Ägyptern wieder schloss.
Das Vokalensemble Vocapella mit Bernhard Sieberer an der Spitze wählte "Israel in Egypt" zur Feier seines 20-Jahr-Jubiläums und durfte mit der Innsbrucker Aufführung in die Stiftskirche Wilten und mit der Kufsteiner in die Pfarrkirche Sparchen. Der erweiterte Chor leistete Großes hinsichtlich Klang, Transparenz und Angemessenheit des Ausdrucks, gesungen wurde in Englisch.
Das Ensemble Aura Musicale Budapest ist ein fabelhafter Partner, da weiß jeder um die Möglichkeiten und Wirkungen der barocken Klangrede. Nathalie Gaudefroys licht aufsteigender Sopran, Alex Potters zarter Altus und Johannes Chums charaktervoller Tenor fügten ihre Rezitative und Arien perfekt ein.
Tiroler Tageszeitung, Ursula
Strohal
02.07.2010
Christina Boecker
Anthromedia.net
Spürbare
Reife für großartiges Werk
Musik Meran: Die h-moll-Messe von Johann Sebastian Bach zum Abschluss
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Dolomiten, 10.06.2008
Musik Meran: Die h-moll-Messe von Johann Sebastian Bach zum Abschluss
Spürbare Reife für großartiges Wertk
Am Heiligabend 1992 entdeckte ein Naumburger Organist im morschen Gehäuse der Kirchenorgel ein unbekanntes, alle Maße sprengendes und musikalisch alles in den Schatten stellendes Oratorium von Johann Sebastian Bach, ein Jahrhunderfund. So beginnt der Roman von Robert Schneider "Die Offenbarung", ein Roman, der den musikbegeisterten Schneider zu literarischem Höhenflug ansetzen ließ.
Dass Schneider gerade Johann Sebastian Bach ein fiktives Werk unterschiebt, mag mit der Liebe Schneiders zur Orgel und deren größten kompositorischen Vertreter zusammenhängen. Doch ist es so, dass Bach mit der Hohen-Messe in h-moll ein solches Werk geschaffen hat, das zu herausragendsten der Musikliteratur gehört; ein Werk, das neben der Missa solemnis von Beethoven eine Sonderstellung bei den Messvertonungen einnimmt.
Hat Bach an die Liturgie gedacht, als er dieses gewaltige Werk schreib? Warum schrieb er, der Protestant, eine Messe mit vollem liturgischem Text? Wurde sie unter ihm überhaupt ausgeführt, und dann: in welchem Rahmen? Dem Werk hängt Mysteriöses an. Wozu die Fragen? Die Musik ist so stark, dass sie um ihrer selbst willen musiziert werden soll. Ihrer Botschaft vermag sich kein offener Mensch zu entziehen.
Tiefgang und religiöse Aussage sind nur schwache Worte für das, was diese Musik auszudrücken vermag. Und Bernhard Sieberer, ein arrivierter Chormann, der zudem mit Orchestermusikern professionell umzugehen vermag, hat sich lange Zeit gelassen, bis er dieses monumentale Werk in Angriff nahm.
Die spürbare Reife seiner musikalischen Erfahrung ist hineingeflossen in seine Interpretation bei der von Musik Meran organisierten Veranstaltung in der Stadtpfarrkirche Meran. Chor und Orchester so locker zu führen, gelingt nur einem Dirigenten, der Vertrauen in seine Mannschaft hat und die Reife, sie agieren zu lassen, um im entscheidenden Moment die Zügel wieder in die Hand zu nehmen und motivierend zu neuen Akzenten zu führen.
Sein chor Vocappella aus Innsbruck und der Kammerchor Jauna Muzika aus Vilnius/Litauen haben ein Niveau vorgelegt, das professionelles Format hat und sich dem Vergleich mit vielen Chornamen stellen kann. Das Orchester, mit herrlich intonierenden Bläsern und vor allem grandiosen Trompeten bestückt, spielte genauso souverän und überzeugend. Von hoher Qualität auch die Sänger Monika Mauch, Pascal Bertin, Christophe Einhorn und Dominik Wörner
Ach, der Kritiker soll auch was Negatives erwähnen? Gut: es gab kleine intonatorische Schwächen bei Chor und Solisten; das Orchester hat, vor allem am Anfang, den Chor leicht zugedeckt ... Aber ich höre ein Live konzert und nicht eine mit aller Kunst der Technik retouchierte CD. Und diese unbedeutenden Kleinigkeiten sind mir lieber un können den fantastischen Gesamteindruck überhaupt nicht trüben.
Dass die Kulturabteilung der Südtiroler Landesregierung dieses Konzert besonders unterstützte wurde durch die hervorragende Leistung gerechtfertigt.
Dolomiten,
pu
10.06.2008
Ein intensives, pulsierendes Lob Gottes
Bachs Hohe Messe ist selten live zu erleben. Umso nachhaltiger, wenn
eine Aufführung so beeindruckend gelingt wie unter Bernhard Sieberer.
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Tiroler Tageszeitung, 10.06.2008
Ein intensives, pulsierendes Lob Gottes
Bachs Hohe Messe ist selten live zu erleben. Umso nachhaltiger, wenn eine Aufführung so beeindruckend gelingt wie unter Bernhard Sieberer.
Innsbruck - Vielleicht hat der Entschluss, in einem ägyptischen Fairtrade- und Sozialprojekt musikalische Basisarbeit zu leisten, Sieberers Mut geweckt, die lange Jahre ehrfürchtig anvisierte h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach zu realisieren. Nun führte der Tiroler Dirigent dieses Schlüsselwerk des christlichen Abendlandes, das eine "Wandlung" im Geiste der Musik vollzieht, zunächst in Meran und am Sonntag in der Innsbrucker Kirche St. Paulus auf.
Sieberer beeindruckte durch stilistisches Maß, weitgehend ideale Tempi, durch Präzision und aus rein musikalischen Mitteln destillierten Ausdruck. Der von protestantischer Hand vertonte lateinische katholische Messtext tendierte weder zu hartkehliger Trockenheit noch zu süddeutscher Holdseligkeit. Sieberers Vokalensemble Vocapella Innsbruck und der Kammerchor Jauna Muzika aus Vilnius, mit dem ihn mehrere Projekte verbinden, sind bis hin zu den Doppelchören zu großer Form aufgelaufen.
Da war nichts gebrüllt und nichts verhaucht, die fugierenden Stimmen verwoben sich, bis sie, noch nachvollziehbar, gleichzeitig auch als moderne Cluster hörbar waren. Die von Naturtrompeten und Pauken mitgefeierten Chöre wie das "Gloria" und "Sanctus", auch das "Osanna" reißen die Himmel auf, und doch blieben verborgenere Chorpassagen wie das "Confiteor" keineswegs unterbelichtet. Die kontemplativen Stellen offenbarten die Textnähe und innere Beteiligung der Choristen.
Das Barockorchester Aura Musicale Budapest, in seinen Reihen der Basler Naturhornspezialist Thomas Müller, Paul Bramböck an den Pauken und die wunderbaren Naturtrompeten der Tiroler Martin Patscheider, Christian Gruber und Stefan Ennemoser, spielte, im Kollektiv und in den Soli, von Sieberers pulsierendem "Kyrie" an animierend, routinefern, ernsthaft und intensiv.
Ebenso stellten sich die hervorragenden Solisten ausschließlich in den Dienst des Ganzen und Bachs. Monika Mauch (Sopran), Pascal Bertin (Counter), Christophe Einhorn (Tenor) und Dominik Wörner (Bass).
Tiroler Tageszeitung, Ursula
Strohal
10.06.2008
... Hinreißend war mit welcher Vitalität, Deklamationsfreude
und dynamischen Beweglichkeit das Vokalensemble musizierte, mit welcher
Eindringlichkeit das Gottvertrauen in den Choraltexten vermittelt wurde...
Tiroler Tageszeitung, Thomas
Nußbaumer
Konzert Kantaten von M.A. Charpentier und J.S. Bach, Musik zum Dreikönigsfest
... Der Chor singt lupenrein, ganz gleich, welche inszenierten Turbulenzen
da kommen mögen....
Tiroler Tageszeitung, Isolde
Dankelmaier
Szenische Aufführung der Madrigalkomödie "Il Festino"
von A. Banchieri
... In der mystischen Atmosphäre der Innsbrucker Hofkirche erfuhr
das Werk protestantischer Ergebenheit in die Unausweichlichkeit des
Todes eine berührende Aufführung durch das Vokalensemble Vocappella
Innsbruck unter der Leitung von Bernhard Sieberer. Das Vokalensemble
wirkt stimmlich homogener und geschlossener denn je...
Tiroler Tageszeitung, Thomas
Zeiler
Heinrich Schütz Musikalische Exequien
... Zum "Einwiegen" in die Bach-Kantate sang Vocappella in
berührend sanften Bögen und mit wunderschöner Stimmgebung
die Bach-Motette "O Jesu Christ, meins Lebenslicht"...
Tiroler Tageszeitung, Rainer
Lepuschitz
Jubiläumskonzert Stiftskirche Wilten
... Eine intensive halbe Stunde mit Vocappella ...
Tiroler Tageszeitung, Ursula
Strohal
Johannespassion von Heinrich Schütz
... Sieberer hatte ausgezeichnete Sänger um sich geschart. Er ließ
die beiden stimmlich glanzvollen und in der Intonation bestechend sauberen
Chöre mit intensiver Artikulation die Ereignisse hinterfragen und
effektvolle Kontrastwirkungen aus der Doppelchörigkeit aufbauen ...
Tiroler Tageszeitung, Rainer
Lepuschitz
J.S. Bach Matthäuspassion
... Immer deutlicher kristallisieren sich Bernhard Sieberers Vokalgruppen
als heimische Spitzenchöre heraus. In den beiden Domkonzerten leisteten
sie Prächtiges ...
Tiroler Tageszeitung, Jutta Höpfel
Mozarts c-moll Messe im Innsbrucker Dom |